
Brillanten – Geschliffene Diamanten
Zwar werden die wertvoll(st)en Schmucksteine oft generell als Diamanten bezeichnet, jedoch handelt es sich bei Diamanten nur um recht unscheinbare, rohe Edelsteine. Erst durch den richtigen Schliff erhalten sie ihr glitzerndes Aussehen und werden nun als Brillanten zum Teil eines Schmuckstücks. Für die Bestimmung ihres Werts sind vier Faktoren von Bedeutung.
Die 4 C Diamantengraduierung
Für die Bestimmung ihres Werts sind vier Faktoren von Bedeutung
Carat (Karat) bezeichnet das Gewicht des Diamanten
Ein Karat entspricht 0.2 Gramm. Das Wort „Karat“ entstammt dem Arabischen und bezeichnet den Samen des Johannesbrotbaums, der als kleinste Gewichtseinheit Verwendung fand.

Colour (Farbe) bezeichnet die Farbe des Diamanten
Diese bezieht sich auf seine chemische Zusammensetzung. Diamanten bestehen aus kubisch kristallisiertem Kohlenstoff, der sie oft farblos (weiß) erscheinen lässt. Die meisten natürlichen Diamanten weisen aber eine gelbe oder braune Tönung auf, die auf Spuren von anderen chemischen Elementen im Kristallgefüge hinweist. Grundlegend gilt: je weißer, desto wertvoller.
Die Farbnuancen werden im professionellen Handel mit Hilfe der Buchstaben D bis Z bestimmt. Das teuerste Weiß (D/F) ist ein Blauweiß und wird mit River bezeichnet. Sofort danach kommt das Feine Weiß, (F/G) Top Wesselton, was in unseren Ringen verwendet wird. In preiswerten Ringen werden oft Brillanten in den Farbnuancen Weiß (H) oder Schwach getöntes Weiß ,Top Crystal (I/J) eingesetzt.
Clarity (Reinheit) benennt den Reinheitsgrad
Er wird über die inneren Merkmale definiert, wie Mineral- und Kristalleinschlüsse, Risse, strukturelle Merkmale oder Trübungen. Jeder natürlich gewachsene Diamant besitzt Einschlüsse und natürliche Verunreinigungen. Als lupenrein (Flawless) wird ein Diamant bezeichnet, wenn unter einer 10-fachen Vergrößerung keine inneren Merkmale erkennbar sind. Wir verarbeiten nur die ersten drei Qualitäten:
- LR (Lupenreine Steine „if“) = keine Einschlüsse erkennbar
- VVS (Very Very Small) = sehr, sehr kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung nur schwer zu erkennen
- VS (Very Small) = sehr kleine Einschlüsse, bei zehnfacher Vergrößerung schwer zu erkennen

Cut (Schliff)
Dieser setzt sich zusammen aus der Schliffform, der Proportion sowie der Qualität des Schliffes.
- Die Präzision des Schliffs ist entscheidend für die Stärke der Lichtreflexion und der Brillanz – dem „Feuer“ des Diamanten.
- Die Proportionen eines Brillanten – das Verhältnis zwischen der Größe der Tafel und den Winkeln im Ober- und Unterteil – sind verantwortlich für die Intensität der Lichtreflexion. Totalreflektion ist dabei der angestrebte Idealfall. Wir verwenden nur optimale Proportionen.
- Eine hohe Schliffqualität sorgt für eine genaue symmetrischer Anordnung aller Facetten.
Zertifizierung
Wir orientieren uns an den vom Responsible Jewellery Council (RJC) vorgeschriebenen Transparenz-Grundsätzen und achten bei der Auswahl aller Lieferanten auf deren Zertifizierung. Dies gehen über die in der EU ratifizierten Regeln des Kimberly Prozesses hinaus.
Lieferanten, die RJC zertifiziert sind, müssen klare Regeln in verschiedenen Unternehmensbereichen befolgen, die von einem akkreditierten Prüfinstitut überprüft werden.
Hierzu zählen neben der strikten Beachtung aufsichtsrechtlicher und gesetzlicher Vorschriften auch die Achtung von Menschenrechten und Arbeitnehmerrechten.
Diese Verfahren verbieten Blutdiamanten, Diamanten aus fragwürdigen oder unbekannten Quellen sowie Diamanten aus bestimmten Ländern und Regionen zu kaufen oder zu verkaufen.

Anordnung der Brillanten
Brillanten sind oft die Krönung eines Eheringes. Wir fassen Ihnen ihren Ring in fast jeder gewünschten Konstellation, mit Brillanten ausgesuchter Qualität und aus konfliktfreien Regionen.
Gern unterstützen wir Sie bei ihren Wünschen, ganz individuell – und orientieren uns dabei auch am jeweiligen Ringdesign und dem Budget. Sprechen Sie uns gern an, wir erstellen ihnen für verschiedene Anordnungen die aktuellen Preise – Kontakt zu DESIGN2100.


Fassarten
Einreiben

Beim Einreiben wird der Edelstein eben in den Ring eingelassen und nur dadurch gehalten, dass die Kante des umgebenden Metalls ein wenig über den Rand des geschliffenen Steins „gerieben“ wird. Diese Fassart ist für kleine Steine besonders gut geeignet. Da der Stein nur durch den schmalen Edelmetallrand verdeckt wird, bildet diese Fassart eine homogene Einheit mit dem Ring, und wirkt nicht wie eine Fassung. Sie ist sehr beliebt bei Eheringen.
Princess Cut

Dieser Schliff bietet eine Alternative zu rund geschliffenen Steinen. Er wird meist als zentraler einzelner Schliff bei Trauringen verwendet. Dieser Stein kann in fast allen Fassarten eingefasst werden. Er wirkt am Schönsten als Solostein.
Verschnitt

Beim Verschnitt wird der Edelstein in ein gefrästes Loch eingesetzt und mit einem Stichel wird das Edelmetall so gestaucht, dass kleine Späne entstehen, welche anschließend über den Edelstein reichen und diesen fest fixieren. Steine können hierbei einzeln oder auch in Reihe gefasst werden. Auch bei dieser Fassart wird eine „Einheit mit dem Ring“ gebildet. Die Fassung ist sehr stabil und alltagstauglich.
Kanal

Bei der Kanalfassung werden die Edelsteine in den Ring eingespannt. Hierzu wird das Metall dort, wo die Edelsteine sitzen – dem Steinsitz – verdichtet.
Diese Verdichtung führt dazu, dass die Edelsteine nicht wackeln und fest im Ring gefasst sind. Bei Kanalfassungen werden mehrere Edelsteine aneinander gereiht hintereinander in einer Fuge (Kanal) gefasst. Die Edelsteine sind in dieser Fassart sozusagen „schwebend“ eingefasst. Dadurch wird das Licht mit maximaler Brillanz reflektiert. Auch diese Fassart eignet sich sehr gut für Eheringe.
Naturfarbene Diamanten
Wie entstehen die Farben des Diamanten? Jede Farbe ist im Grunde genommen Licht eines bestimmten Wellenlängenbereichs. Nur die Kombination aller Wellenlängen des sichtbaren Spektrums ergibt das weiße Licht.
Wenn Diamanten uns völlig farblos erscheinen, dann also deshalb, weil einfallendes weißes Licht ungehindert durch sie hindurch strömt. Das ist der Fall bei Diamanten aus purem Kohlenstoff, deren Kristallgitter unverändert ist. Diese Eigenschaften haben nur weniger als 1% aller Diamanten.
Bei den meisten Diamanten verbleiben Anteile des einfallenden Lichts im Kristall. Dem austretenden Licht fehlen diese Anteile, um wieder weißes Licht zu bilden. Durch diese so genannte Absorption wird aus weißem Licht Farbe. Je nachdem welcher Bereich des Farbspektrums absorbiert wird, erscheint der Stein in einer anderen Farbe.
Verantwortlich für Absorption im Inneren von Diamanten können Elektronen von Stickstoff- oder Bor-Atomen sein. Wenn Diamant bei seiner Entstehung im Erdinneren eine Verformung seiner Kristallstruktur oder eine Bestrahlung durch eine Quelle von natürlichem Uran erfahren hat, entstehen bestimmte Farben.




Fancy Diamonds – Farbige Diamanten
Nur Diamanten mit einer deutlich erkennbaren Farbe, die eine gewisse Fernwirkung hat, verdienen den Vorsatz Fancy.
Einfarbige Diamanten
Die natürliche Farbe des Champagnerfarbenen Diamanten entsteht durch eine Deformation der Kristallstruktur, die durch extreme Hitze und sehr hohen Druck im Erdinneren hervorgerufen wird. Dadurch werden einzelne Lichtanteile absorbiert („verschluckt“). Die übrigen Lichtanteile nehmen wir als Braun wahr.

Gefunden werden die meisten und schönsten Champagnerfarbenen Diamanten in der australischen Argylemine, welche auch für ihre seltenen Pinkfarbenen Diamanten bekannt ist.
GIA schrieb kürzlich, dass sich von Millionen von Diamanten, die jährlich gefördert werden, nur rund 0,001% als Fancy Colour Diamonds qualifizieren können. Unter diesen ist Pink wiederum eine der am seltensten vorkommenden Farben. Neben eher kühleren Farbvarianten wie Fancy Pink oder Fancy Purplish Pink können rosafarbene Diamanten auch die Nebenfarbe Braun aufweisen. Sie wirken dadurch wärmer und etwas kräftiger. Pinkfarbene Steine mit einem bräunlichen Unterton lassen sich mit dem Begriff „Altrosa“ umschreiben.
Mehrfarbige Steine
Hat ein Stein eine Mischfarbe, nennt man die Farbkomponenten nacheinander. Die Nebenfarbe, die den geringsten Anteil hat, steht dabei an erster Stelle. Nachfolgend mit steigendem Anteil weitere Nebenfarben. Die Hauptfarbe steht stets an letzter Stelle. Ein Fancy Brown Pink Diamant (naturfarben braun-rosa) hat demnach eine Mischfarbe aus Braun und Rosa. Dabei überwiegt jedoch Rosa. Ist der Anteil an Braun nur gering, heißt die Farbe Fancy Brownish Pink (naturfarben bräunlich-rosa).
Diamanten in dieser Farbe treten wie alle Fancy Colours in verschiedenen Intensitäten auf. Von Fancy Light Brownish Pink, Fancy Brownish Pink, Fancy Intense Brownish Pink bis hin zu Fancy Deep Brownish Pink. Bei Pink, infolgedessen also auch bei Brownish Pink, ist vor allem die Farbe und die Farbintensität für die Preisgestaltung ausschlaggebend. Bei größeren Einzelsteinen in intensiver Farbe ist die Reinheit zweitrangig, sofern sie den Gesamteindruck und die Brillanz des Steines nicht massgeblich stört.
Im Vergleich zu Diamanten in der Farbe Pink oder Purplish Pink ist Brownish Pink deutlich günstiger. Dies liegt zum einen an einer geringeren Nachfrage und zum anderen am höheren Vorkommen dieser Mischfarbe, was sie zu einer schönen und preiswerteren Alternative zu rein pinfarbenen Steinen macht.
Trauringe mit naturfarbenen Diamanten
In der allgemeinen Vorstellung gilt der farblose (weiße) Brillant nach wie vor als das Symbol für eine lebenslange Gemeinschaft. Den ersten Verlobungsring mit einem farblosen Diamanten verschenkte Erzherzog Maximilian von München im Jahre 1477 an Maria von Burgund – die Geburtsstunde einer bis heute andauernden Tradition. Doch wird diese Entscheidung bewusst gegen Naturfarbene Diamanten getroffen?
Wir konnten feststellen, dass die meisten Paare zunächst einmal gar nicht wissen, dass es Naturfarbene Diamanten überhaupt gibt. Häufig stellen Goldschmiede oder Juweliere mit einer ausgesprochenen Leidenschaft für diese seltenen Edelsteine den ersten Kontakt her. Sie vermitteln ihren Kunden eine Idee von der Seltenheit und Vielfalt der Diamantfarben und finden mit großer Sensibilität für die Persönlichkeiten ihrer Kunden die passenden Steine. Ist der Funke aber erst einmal übergesprungen, entscheiden sie sich für einen Naturfarbenen Diamanten in dem Bewusstsein seiner Einzigartigkeit – ein starkes Symbol für die zukünftige Gemeinschaft.
Zu den besonders beliebten Farben, die Paare für ihre Ringe wählen, zählen vor allem warme Brauntöne von hellem Champagner bis zu dunklerem Cognac, sonniges Gelb, zartes Pink sowie die dezenten Farbtöne Grau und Olive. Naturfarbene Diamanten für Verlobungs- oder Trauringe liegen zwar noch nicht im Trend, es läßt sich aber eine zunehmende Offenheit der Kunden für die Schönheit dieser seltenen Diamanten beobachten. Entscheidend ist dabei die Vermittlung ihrer einzigartigen Eigenschaften durch den Goldschmied oder Juwelier (Textquelle: Kulsen & Hennig).
